2018

Give me five!

Was den Berndorfer Fotomarathon von anderen Fotomarathon Veranstaltungen unterscheidet ist sicher der Umstand, dass es (neben digitalen Bildern) auch eine eigene Wertung für analoge Aufnahmen gibt – was mittlerweile so ziemlich einzigartig in ganz Österreich sein dürfte. Nachdem ich seit Anbeginn in der Jury sitze und daher von der Teilnahme ausgeschlossen bin, habe ich mich beim diesjährigen 5. Berndorfer Fotomarathon außer Konkurrenz der Herausforderung gestellt. Allerdings habe ich keinen Kleinbildfilm mit jeweils drei Aufnahmen pro Thema belichtet, sondern gleich schweres Geschütz in Form einer Mittelformatkamera aufgefahren und kurzerhand einen Rollfilm mit exakt 12 Aufnahmen belichtet.

Fast wäre auch alles gut ausgegangen, lediglich beim elften Thema (wo ich ein Fußballtrikot mit Rückennummer ablichten wollte) habe ich während des Gehens irrtümlich den Auslöser betätigt. Sei´s drum – jedenfalls gibt es jetzt sämtliche Aufnahmen eines einzigen Films zu sehen, egal wie gelungen bzw. herzeigbar sie auch sein mögen. Die Aufgaben bzw. Themen, die diesmal aus einzelnen Songtiteln bestanden haben, gibt´s dann als Beschreibung zum jeweiligen Bild.

Übrigens – wer jetzt Lust bekommen haben sollte, beim 6. Berndorfer Fotomarathon zu starten, sollte sich schon mal den 1.Juni 2019 vormerken…

Hasselblad 500 C/M / 50mm f4 T* / Kodak TRI-X / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

Zwischendurch, auf die Schnelle…

Um die Wartezeit für den nächsten, etwas längeren Beitrag (Stichwort: 5. Berndorfer Fotomarathon) zu verkürzen, gibt´s diesmal ein paar erste Testaufnahmen mit dem neu erworbenen Zeiss Distagon 50mm f4 für die Hasselblad 🙂

Auf der Suche nach Motiven habe ich mich an einem brütend heißen Frühsommertag ins Triestingtal begeben. In Furth bin ich dann letztendlich auch fündig geworden, wobei ich mir geschworen habe, das nächste Mal kühlere Gefilde aufzusuchen…

Hasselblad 500 C/M / 50mm f4 T* / Fuji Neopan Acros 100 / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

…und diese kühleren Gefilde habe ich dann auch in der Johannesbachklamm bei Würflach gefunden, wobei es in der Klamm recht dunkel war und ich mir für die eine oder andere Aufnahme eine 2.8er Blende gewünscht hätte.

Hasselblad 500 C/M / 50mm f4 T* / Kodak TRI-X / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

Wie erwartet unerwartet…

Das „Rezept“ klingt prinzipiell ganz einfach: Man nehme einen existierenden Farbfilm, unterziehe ihn einer Spezialbehandlung und schon hat man quasi einen neuen Film mit eingebautem Spezialeffekt. Die genaue Prozedur, wie die Effekte auf den Film kommen (es muss sich dabei um eine Art Vorbelichtung handeln), bleibt das wohlbehütete Geheimnis der Firma Revolog mit Sitz in Wien. Nachdem das Sortiment mittlerweile 12 verschiedene Effektfilme umfasst (u.a. mit so klangvollen Namen wie Tesla, Kosmos, Plexus, etc.)  – musste ich mir auch einmal so einen Film schnappen und (ein zweites Mal) belichten.

Meine Wahl fiel dabei auf den „Revolog Kolor“, den ich dann bei einem Fotospaziergang mit Hana am Handelskai eingesetzt habe. Obwohl ich eigentlich ganz gern im Vorfeld weiß, was auf mich erwartet, habe ich in Kauf genommen (oder besser nehmen müssen), nicht zu wissen, welche Farbtemperatur welches Bild haben wird. Die Ergebnisse sind jedenfalls sehr lässig und ich bin schwer am Überlegen, welchen Revolog Film ich beim nächsten Mal einsetzen werde…

P.S. Zusätzlich zum Revolog Kolor, bei dem Farbverschiebungen ja quasi mit eingebaut sind (man weiß halt nur nicht im Vorfeld, welche…), habe ich für die Aufnahmen das berühmt berüchtigte Helios Objektiv verwendet – wenn schon retro, dann richtig!

Asahi Pentax SV / Zenit Helios (44M-6) 58mm f2.0  / Revolog Kolor / Scan vom Negativ

Aber ich habe nicht ausschließlich mit dem Helios und dem Revolog Kolor fotografiert, zusätzlich dazu ist noch die F100 mit dem 50mm 1.4 zum Einsatz gekommen, bestückt mit meinen T-Max 100 Restbeständen. Ergebnisse gibt´s natürlich auch davon und weil meine „Portrait/Fashion“ Unterseite mittlerweile immer voller wurde, habe ich jetzt kurzerhand daraus zwei separate Seiten gemacht („Portrait“ und „Lifestyle“), viel Vergnügen beim Blättern…

Nikon F100 / 50mm f1.4 / Kodak T-Max 100 / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ

Nina, Ilford, Rodinal und das verstellte Rädchen…

Nachdem ich ja öfters mal verschiedene Gerätschaften zum Fotografieren in die Hand nehme, kann es dann durchaus auch mal vorkommen, dass nicht immer alles genau nach Plan verläuft. Dabei hat eigentlich alles gut begonnen: Eine Freundin wollte unbedingt, dass ich Portraits von ihr mache – ein wie ich finde sehr großes Kompliment – v.a. auch deswegen, weil Nina selbst Fotografin ist und auf ihrer Homepage sehr sympathische Portraits im Portfolio hat. Außerdem ist bei Fotografen der kritische Blick ausgeprägter und schärfer – danke deshalb nochmals an dieser Stelle für die Vorschusslorbeeren und fürs Vertrauen.

Okay, ich war mir sicher, dass Nina für Filmentwicklungsexperimente sicher Verständnis hat und so habe ich den einsamen und schon überfälligen Ilford XP2-400 aus meinem Kühlschrank gefischt. Früher, in meiner „ich-entwickle-noch-nicht-selber-aber-will-trotzdem-SW“ Zeit, habe ich öfters zu diesem Film gegriffen – ein sehr gutmütiger Film und mittlerweile der einzig verbliebene SW-Film, der wie ein Farbfilm im C41 Prozess (=Farbentwicklung) entwickelt wird. Der C41 Prozess ist ein Standardprozess und lässt im Gegensatz zur Entwicklung von SW Filmen keinen Spielraum zu (es sei denn, man will Farbverschiebungen). Nachdem ich aber seit einigen Jahren alle meine SW Filme selbst entwickle, ist die Verwendung des XP2 für mich obsolet geworden und der Film danach im Kühlschrank immer weiter in die hintere Ecke gewandert…

…bis ich unlängst zufällig in einem Forum auf ein Rezept gestoßen bin, mit dem der XP2 wie ein „echter“ SW Film mit Rodinal entwickelt werden kann. Bei Forenbeiträgen ist prinzipiell zwar immer ein wenig Skepsis geboten, aber in diesem Fall wollte ich es einfach selbst ausprobieren! Kurzum – ja es hat geklappt und hätte ich zwischendurch nicht irrtümlich den Ring für die Eingabe des Lichtwerts (Kombination Blende & Belichtungszeit) mit dem Fokusrad bei meiner Hasselblad verwechselt bzw. verstellt, wären die Negative sogar korrekt belichtet worden (an und für sich ist eine fixe Kombination von Blende und Belichtungszeit ja ganz praktisch bzw. ungefährlich, allerdings auch nur solange man kein Blitzlicht verwendet…). Nun denn, so gibt es (neben den Aufnahmen mit dem Portra und Delta 400) Aufnahmen mit dem Ilford XP2 im Vintage Look…

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Ilford XP2-400 / entwickelt in Rodinal 1+100 / Scan vom Negativ

Vivat!

Ich habe in den letzten drei Jahren im Zuge meines Projekts „jahrmarkttag“ ja doch so einiges gesehen und erlebt, aber der Kirtag in Krensdorf ist definitiv einer der traditionsreichsten. Die Feierlichkeiten dauern vier volle Tage, wobei ich mir den Tag mit dem Umzug inkl. Tanz für meinen Besuch ausgesucht habe. Mit der Musikkapelle geht es vom Wirtshaus zum Tischler, dann weiter zum Gemeindeamt, wo jeder hochleben gelassen wird (angefangen von der Kindergartentante bis hin zum Bestatter – Vivat!) und anschließend wieder retour zum Wirtshaus.

Die Sehnsucht nach Geborgenheit innerhalb der dörflichen Struktur inmitten einer globalisierten Welt schwingt bei der Rede des Bürgermeisters jedenfalls deutlich mit, aber – nachdem dieser Kirtag immer wieder mal mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat(te) – es bleibt die Frage offen, wie lange es den Krensdorfern gelingt, die Tradition im (globalen) Dorf aufrechtzuerhalten.

Weitere Eindrücke vom Kirtag in Krensdorf gibt´s dann hier…

Nikon F100 / 35mm f1.8 / Kodak TRI-X / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ

Zeitgleich an diesem Wochenende war das (auch schon traditionelle) Volksfest in Berndorf – die perfekte Gelegenheit, eine weitere kleine Serie mit der Supersampler zu schießen…

Lomography Supersampler / Kodak TRI-X / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

et voilá…

…eine kleine Auswahl meiner Aufnahmen zum Neubau der Ilse Fischer Werkstätte der Lebenshilfe in Berndorf. Wer noch mehr davon sehen möchte – die ganze Geschichte online zum Nachlesen bzw. Anschauen gibt es unter der eigenen Rubrik „Spezielles“ – viel Vergnügen!

Nikon F100 / 24mm f2.8 & 35mm f1.8 / Kodak Portra 160 & 400 / Scan vom Negativ

(fast schon) digital?

Diese Eigenschaft wird dem Kodak T-Max 100 nachgesagt und ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum ich diesen Film bis dato noch nie verwendet habe (wenn schon analog, dann kann, soll und darf es auch ruhig ein bisserl körnig sein!). Aber ist der T-Max 100 wirklich so feinkörnig und so „clean“ – quasi ein seelenloser SW-Film ohne Charakter?

Nun ja, nachdem ich bei meinem letzten Einkauf statt TRI-X eben den T-Max (noch dazu den 100er!) erhalten habe, betrachtete ich die Fehllieferung zunächst einmal als (glückliche) Fügung des Schicksals. Ein kurzes Telefonat mit dem Versender, um den Irrtum aufzuklären und schon fand der Film zwecks Lagerung erst einmal den Weg in meinen Kühlschrank – zurückschicken kam eigentlich nie in Frage. Beim ersten Fotoshooting dieses Jahres mit Nadia stand jedenfalls früh für mich fest, dass ich diesen Film unbedingt verwenden möchte.

Fazit: Der Kodak T-Max 100 ist wirklich sehr feinkörnig, liefert feine Grauwerte und es wird (nachdem Fuji den Acros 100 im Herbst 2018 sterben lässt) – wenn Feinkörnigkeit gewünscht ist – definitiv kein Weg am T-Max 100 vorbeiführen. Ob man das saubere Erscheinungsbild jetzt mag oder nicht, muss letztendlich eh jeder für sich selbst entscheiden. Etwas irritiert haben mich einige Kratzer auf den Negativen, die ich ansonsten so nicht habe. Mir kommt vor, dass der T-Max 100 in diesem Punkt sehr empfindlich ist. Mal schauen, ob die noch vorrätigen Filme nach der Entwicklung ähnliche Spuren aufweisen.

Für mich steht jedenfalls fest, dass – wenn meine Reste vom Acros aufgebraucht sind – ich dann (fast) ausschließlich nur mehr zum Ilford FP4+ greifen werde. Mir gefällt der Look bzw. die Kombination FP4+ und Rodinal einfach am besten. Wobei – wenn wieder mal ein neuer Film das Licht der Welt erblicken sollte – ich diesen einfach sicher nicht ignorieren werde…

Nikon F100 / 50mm f1.4 / Kodak T-Max 100 / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ

…und als kleines Extrazuckerl gibt´s zusätzlich noch ein paar Aufnahmen vom ersten Shooting 2018, diesmal in Farbe:

Nikon F100 / 50mm f1.4 / Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ

P.S.: Zusätzlich zu diesen Aufnahmen habe ich (wie bereits in einem früheren Beitrag „angedroht“) eine weitere Serie mit der Lomography Supersampler begonnen. Zu sehen gibt´s die (vorerst noch) kleine Serie aber ausnahmsweise nicht im Tagebuch, sondern gleich direkt auf meiner neuen „Lomo & Co.“ Unterseite „fragmentation“ …

keep cool…

Rodinal ist ein echter Evergreen bei der SW-Filmentwicklung und mittlerweile gibt es verschiedene „Wässerchen“ auf dem Markt, die nach der Originalrezeptur produziert werden (oder es zumindest mal behaupten). Das Geheimnis der Beliebtheit liegt u.a. am geringen Verbrauch, der quasi ewigen Haltbarkeit und der Schärfe. Jedoch wo Licht ist, gibt´s auch ein wenig Schatten. Im Falle von Rodinal ist es das Korn, das durchaus kräftig betont ausfallen kann. Aber Rodinal kann auch durchaus fein – einfach mal von der üblichen Betriebstemperatur beim Entwickeln abweichen. Und so kam es, dass ich früh morgens am Sonntag den anlässlich der Vernissage von Nina auf 800 ASA belichteten TRI-X mit 18° kaltem Rodinalgemisch 24 Minuten lang entwickelt habe…

Wer die mit vielen Details für die kleinen Dinge des Lebens ausgestatteten Aufnahmen von Nina sehen möchte – die Ausstellung „die Resonanz der Stille“ in der Badener Hauervinothek läuft noch bis 12. Mai (täglich geöffnet von 10.00 bis 12.30 Uhr und 15.30 bis 18.30 Uhr).

Konica Hexar AF / Kodak TRI-X (gepusht auf 800) / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

as time goes by…

Vor ziemlich genau einem Jahr hat´s bei uns so ausgesehen: ein Wintereinbruch mit heftigem Schneefall hat den Alltag lahmgelegt, so z.B. auch die Baustelle der Lebenshilfe in St. Veit.

Nikon F100 / 35mm f1.8 / Kodak Portra 400 / Scan vom Negativ

Was ich damit zu tun habe – ganz einfach: Ich habe im Vorjahr diesen Neubau der Lebenshilfe Werkstätte fotografisch begleitet. Zu sehen gibt´s einen Großteil der Aufnahmen direkt bei der Eröffnung am 27.April.

berndorf-einladung-2018-1-2.jpg

Die ganze Geschichte mit ganz vielen Aufnahmen zum Nachlesen bzw. Anschauen gibt´s dann nach der Eröffnung online auf meiner Seite unter einer eigenen neuen Rubrik – Info folgt…

ernsthaft?

Wer wie ich hin und wieder mit zumindest einem halben Auge in die „Lomowelt“ hineinschielt, entdeckt dann natürlich auch (hin und wieder) recht lässige Aufnahmen, die mit irgendeiner Plastikknipse aufgenommen wurden. Vorweg: Ein Bild ist nicht automatisch cooler, wenn es mit irgendeiner Lomo aufgenommen wurde. Ich halte grundsätzlich gar nichts von derartigen Diskussionen, wie z.B. ob Handyfotografie ernsthafte Fotografie sei oder ob analog “besser“ als digital ist. Die Fotografie ist ein so weites Feld, da ist für sehr viele Varianten Platz und jeder wählt letztendlich die Gerätschaft, mit der er sich am wohlsten fühlt!

Aber um wieder aufs Thema zu kommen: Inwieweit lässt sich mit Lomoplastikspaßkameras ernsthaft arbeiten? Sind die fehlenden Einstellmöglichkeiten an der Kamera Fluch oder Segen? Nun ja, meiner Meinung nach kommt es immer darauf an, welche Bildidee dahintersteckt (niemand wird z.B. mit einem Vorschlaghammer einen Nagel in die Wand schlagen wollen). Die fehlenden Einstellmöglichkeiten verlangen jedenfalls kreative Lösungen und so wird aus einer zunächst vagen Idee ein kleines Projekt mit einem (hoffentlich herzeigbaren) Ergebnis.

Zum Auftakt habe ich mir eine „Lomography Supersampler“ gekrallt und überlegt, was man denn mit diesem Plastikdings eigentlich so anstellen könnte: Vier zeitversetzte Aufnahmen auf einem Bild, entweder mit oder ohne Schwenken der Kamera, Kontrolle über den Bildausschnitt quasi nicht möglich (so ungefähr halt). Aber letztendlich gewinnt die Bildidee gegenüber der (nicht vorhandenen) technischen Perfektion. Unsere Welt ist eben nicht perfekt oder rein klinisch digital – der Zufall führt auch immer Regie.

Nachdem diese Aufnahmen in keine der bereits vorhandenen Kategorien so recht passen wollen und ich ohnehin vorhabe, mehr mit diversen Plastikknipsen zu arbeiten, habe ich kurzerhand meine Homepage um die Seite „LOMO“ erweitert. Den Auftakt macht die Serie „Autobahn“ – weitere Serien werden im Laufe des Jahres noch folgen!

Lomography Supersampler / Kodak TRI-X / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

Überfällig…

Endlich ein erster zarter Hauch von Frühling, wärmende Sonnenstrahlen und ein terminfreies Wochenende – das alles war ohnehin schon längst überfällig. Deshalb einfach einen (ebenfalls längst überfälligen, weil abgelaufenen) Farbfilm aus dem Kühlschrank gefischt und einfach nur raus. Entspanntes Fotografieren nebenbei ist angesagt und so sind die Aufnahmen ausschließlich Erinnerungen an das erste wärmende Wochenende im Jahr 2018 (und vielleicht gefällt ja zusätzlich dem einen oder anderen der Bildaufbau).

Nikon FA / 50mm f1.8 Pancake / Kodak Portra 400 / Scan vom Negativ

Apropos Erinnerung: Nachdem sich heuer der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland zum 80. Mal jährt, habe ich das Anschlussmahnmal in Oberschützen bei Pinkafeld besucht – eine steinerne Erinnerung an das dunkelste Kapitel meiner Heimat, das uns allen nicht nur im Gedenkjahr bewusst machen sollte, wohin Intoleranz und Rassismus führen.

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Ilford Delta 100 / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

Ice Age

Ja, mir ist die eine Sibirische Woche mit zweistelligen Minusgraden auch mächtig auf die Nerven gegangen. Ursprünglich wäre ich ja erst gar nicht im Lande gewesen, aber ein grippaler Infekt hat mich in buchstäblicher letzter Minute von den Beinen geholt und meinen seit Monaten gebuchten Städtetrip kurzerhand vereitelt.

Aber nachdem die Kamera schon reisefertig (=Film eingespult) war, habe ich dann – als ich wieder auf den Beinen war – das Beste aus dem Wetter gemacht und die Schrecken des Eises und der Finsternis auf Film gebannt.

Apropos Film: Da habe ich diesmal was Neues probiert und zwar den Pancro 400 von der Fa. Bergger. Erster Eindruck: Feine Grauwerte und sehr angenehm zu verarbeiten (kein widerspenstiges Herumpfriemeln beim Aufspulen und beim Trocknen gibt´s so gut wie keine Wölbungen). Nachdem Firmen, die neue Filme entwickeln, meiner Meinung nach auch unterstützt gehören, wird mir der Pancro 400 sicher wieder in den Einkaufswagen hüpfen…

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Bergger Pancro 400 / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ

Details am Rande…

Mit offenen Augen und offener Blende ein kleiner Streifzug durchs Dorf (wobei mit 25 ASA einem aber auch nichts anderes übrig bleibt)…

Nikon F100 / 50mm f1.4 / Rollei RPX 25 / entwickelt in Rodinal 1+50 / Scan vom Negativ

Besuchszeit…

…und mit im Gepäck meine Neuerwerbung aus Schweden…

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Kodak TRI-X / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ

Canale piccolo…

Fasching am Kanal hat nicht unbedingt etwas mit dem Karneval in der Lagunenstadt zu tun, eine kleinere & abgespecktere Variante findet (fast) jedes Jahr in der Marktgemeinde Günselsdorf statt. Ich selbst bin zwar ein Faschingsmuffel, aber dieser „Umzug“ ist wirklich originell und Faschingsnarren kommen sicher voll auf ihre Rechnung.

Zur ganzen Serie (Feller Werkskanal statt Canale Grande, Flöße statt Gondeln und rustikale Kostüme statt feinen venezianischen Masken) geht´s dann hier

Nikon F100 / 35mm f1.8 / Kodak TRI-X / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ

Hej Sverige!

Nach langem Hin- und Her und reiflichster Überlegung habe ich mir (wie bereits in einem früheren Beitrag angekündigt) eine vollmechanische Hasselblad 500 C/M mit einem 80mm Planar T* Objektiv zugelegt. Die Kamera ist sehr solide gefertigt, weder extrem groß noch übermäßig schwer und somit auch bestens geeignet, um auf Reisen mitgenommen zu werden. Die ersten Testaufnahmen sind jedenfalls sehr vielversprechend und zum genauen Betrachten bzw. genauer unter die Lupe zu nehmen gibt´s diesmal zwar den üblichen 240 dpi Scan, allerdings ausnahmsweise nicht auf die üblichen 1.200 px Kantenlänge runtergerechnet. Viel Vergnügen!

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Ilford Delta 400 / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ

Sprocket Rocket Superstar!

Längst vergessen, beim Zusammenräumen gefunden, mit einem abgelaufenen Kodak Film befüllt und schnell den kurzen Wintereinbruch festgehalten, bevor die kahle Nebelmelancholie wieder Einzug gehalten hat…

Sprocket Rocket / irgendein abgelaufener Kodak aus dem Kühlschrank / abfotografiert von der Blattkopie

Neues Jahr – Neues Glück!

Zugegeben, es war ein nass-kalter, windiger Tag zum Jahreswechsel als sich meine Mamiya AFDII  kurzerhand entschlossen hat, ihren Rückteil nicht mehr zu (er)kennen. Zuhause in der warmen Stube habe ich umgehend die Kontakte gereinigt und war mir ziemlich sicher das Problem behoben zu haben. Leider war dem nicht so, und so stand mein Entschluss bald fest – weg mit Elektronik und Automatik, ab sofort kommen mir nur noch rein mechanische Kameras ins Haus!

Aber vorher wollte ich noch ganz genau wissen, ob das Gehäuse oder der Rückteil für das Streiken der Kamera verantwortlich war. Zum Glück kenne ich jemanden, der eine baugleiche Phase One im Einsatz hat und da sollte sich der Fehler doch eingrenzen lassen. Um zu demonstrieren, was genau nicht geht, habe ich fokussiert und dann ganz sanft den Auslöser betätigt. Der Spiegel klappte in die Höhe, der Verschluss öffnete sich und der Film im Rückteil wurde nach erfolgter Belichtung (wie es sich für einen motorisierten Rückteil gehört) artig weiterbefördert…

Kurzum: Es dürfte doch an den Kontakten in Verbindung mit der Witterung gelegen haben, die Kamera funktioniert jedenfalls wieder einwandfrei – zumindest beim ungeplanten „Demonstrationsshooting“ mit Klaus.

Mamiya AFDII / 80mm f2.8 / Ilford Delta 400 / entwickelt in Microphen / Scan vom Negativ

Wer mich ein bisserl genauer kennt, weiß sicher, dass ich mich von einmal gefassten Vorsätzen auch nur schwer abbringen lasse, u.a. weil ich auch schon mehr als nur ein Auge auf eine vollmechanische Schönheit aus dem hohen Norden geworfen habe. Zur quasi vollkommenen Unabhängigkeit von Elektronik und Automatik fehlt(e) vorerst jedoch nur ein Belichtungsmesser, der über Blitzmessung verfügt und auch bei wenig Licht brauchbare Daten liefert (mein Gossen Sixtino aus den 60er Jahren lässt sich nur bei Tageslicht einsetzen). Doch zum Glück kenne ich auch da jemanden, der einen Belichtungsmesser (Sekonic L-308s) hat, diesen aber nicht benötigt und ihn mir deshalb zum Testen überlassen hat.

Den ersten Probegalopp gab´s rund um den Neujahrstag – unter Tags Licht- und Objektmessung und im Dunkeln ausschließlich Objektmessung. Spotmessung wäre ein „nice to have“, ebenso wie ein beleuchtetes Display, beides würde das Arbeiten im Dunkeln jedenfalls um Einiges erleichtern. Trotzdem ist der Sekonic L-308s mehr als brauchbar und wenn er die Nagelprobe im Studio ebenso meistert, steht dann auch der Anschaffung (m)einer schwedischen Schönheit nichts mehr im Wege…

P.S. Zu den Nachtaufnahmen möchte ich nur anmerken, dass ich meistens um eine bis zwei Blenden unterbelichtet habe, weil ich nicht unter 1/15 Verschlusszeit gehen wollte und mir bei einer ⅛ oder ¼ Sekunde Belichtungszeit die Gefahr des Verwackelns einfach zu groß war.

Leica M2 / 35mm f2.8 Summaron / Kodak TRI-X / entwickelt in ID-11 / Scan vom Negativ