Tagebuch 2022

(nicht nur November) Gemengelage

Irgendwie hab ich es doch geschafft, in all dem Trubel der vergangenen Wochen noch ein paar Filme zu belichten. Aber der Reihe nach – am 26.10. war (wie immer) die traditionelle Abfischung des Schönauer Teichs am Programm. Erstmalig habe ich 2013 die Karpfenernte dokumentiert, damals noch digital und in SW konvertiert, ein weiteres Mal 2021 dann gleich auf SW-Film gebannt – beide Fotostrecken gibt’s übrigens zum Nachbetrachten in meinen Reportagen. Dieses Jahr wollte ich eigentlich gar nicht und wenn dann doch, dann ohne viel Aufwand. Der Griff zur Lomo und einem Farbfilm war die logische Konsequenz…

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

Nachdem eine Kamera zumindest einmal im Jahr bewegt werden sollte, habe ich meine Pentax SV auch gleich mit einem Farbfilm bestückt, vorne drauf ein Pancolar 2/50 – ein Objektiv, das ich bis dahin noch nie verwendet hatte (und mich im Nachhinein positiv überrascht hat). Der Nebel vor der Haustür war ein willkommener Stimmungsmacher für zarte Fotomotive (und die Zeit um Allerheiligen ist sowieso immer ein Leckerbissen für melancholisch Veranlagte).

Asahi Pentax SV / Pancolar 50mm f2 / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

Aber nicht nur Kameras müssen bewegt werden, auch Filme haben eine Haltbarkeit bzw. ein Ablaufdatum, das aber bei entsprechender Lagerung problemlos überschritten werden kann. Beim CineStill X-Pro C41 800 Tungsten war ich mir aber nicht ganz so sicher, der Film lag schon eine für mich unüblich lange Zeit im Kühlschrank und musste jetzt einfach mal verknipst werden. Beim Shooting mit Joyce war es dann endlich soweit und zum Drüberstreuen habe ich einen HP5 belichtet, den ich dem wenigen Licht geschuldet auf ASA 1600 gepusht habe. Das Shooting war hoch interessant, die Kombination Fokussieren mit Messsucher & Fotografieren mit Offenblende bei Belichtungszeiten unter 1/30 eine echte Challenge.

PS. Nachdem ich früher immer einen Teil Entwickler auf 50 Teile Wasser gemischt habe, bin ich jetzt dazu übergegangen meine SW-Filme im Verhältnis 1+25 zu entwickeln, das Ergebnis beim HP5 ist mMn wirklich sensationell (feine Kontraste & wider Erwarten keine Kornwüste).

M7 / 50mm f2.8 / CineStill X-Pro C41 800 Tungsten / Scan vom Negativ

M7 / 50mm f2.8 / Ilford HP5+ (@1600) / entwickelt in R09 One Shot 1+25 / Scan vom Negativ

doppeltgemoppelt…

Nach meiner Genesung von der vermaledeiten C19 Infektion und der damit verbundenen Zwangspause habe ich Ende August endlich wieder einmal eine kleine Rundwanderung gemacht. Der Panorama Rundwanderweg am (bzw. rund um den) Hafnerberg hat mir auf Anhieb so gut gefallen, dass ich ihn dann Anfang Oktober bei bestem Herbstwetter nochmals gegangen bin. Das ist auch der Grund, warum es diesmal gleich zwei Galerien unter der Wegbeschreibung gibt – alle Details wie immer unter “take a walk on the wild side“.

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

Sommerrückblick 2022 – Durststrecke #3

Anfang Juli habe ich meine M7 in und mit der Absicht befüllt, um mit geschärftem Blick urbane Absurditäten festzuhalten, dementsprechend den Finger auf jene Stelle(n) zu legen, wo´s weh tut. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: eine Coronainfektion hat mir nach den ersten Aufnahmen eine ungewollte Durststrecke beschert – statt Stadtansichten dann eben doch wieder durchs Land…

Stadt:

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ

Land:

M7 / 90mm f2.8 Elmarit / Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ

Nachdem im Herbst einige weitreichende Veränderungen ins Haus stehen, möchte ich für dieses Jahr fotografisch nix mehr versprechen, schau ma mal was kommt. Zum Abschluss jedenfalls noch eine passende Aufnahme zur zukünftigen Neuorientierung 😉.

M7 / 50mm f2.8 Elmar / Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ

Sommerrückblick 2022 – Durststrecke #2

Manche Durststrecken können glücklicherweise pro-aktiv beendet werden. Bei einem Shooting mit Denisa Strakova habe ich (endlich wieder mal) neue Aufnahmen im Bereich „People“ und „Akt“ geschossen. Aufgrund der langen Pause vielleicht nicht ganz flüssig wie früher, aber komplett verlernt habe ich es nicht – zusätzlich zu den Aufnahmen im Tagebuch gibt es noch ein paar mehr in den Kategorien „lifestyle“ & „nude„.

polychrom: Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T*Kodak Portra 800 (@200) / Scan vom Negativ

monochrom: Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T*

linkes Bild: Ilford FP4+ / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

rechtes Bild: Bergger Pancro 400 / entwickelt in R09 One Shot 1+25 / Scan vom Negativ

Sommerrückblick 2022 – Durststrecke #1

Steigende Temperaturen, kaum Niederschlag über Monate – die Hitze & Trockenheit in diesem Sommer zeigt die Tendenz, wohin sich das Klima in den nächsten Jahrzehnten wohl entwickeln wird.

Als exemplarisches Beispiel dient der Neusiedler See. Der von Natur aus ohnehin schon geringe Wasserstand ist teils dramatisch gesunken und weite Bereiche sind trocken gefallen. Man sagt zwar, dass nach der Ebbe die Flut folgt, jedoch lässt ein Blick auf die globale Temperaturentwicklung befürchten, dass die Durststrecke erst begonnen hat…

monochrom: Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Ilford FP4+ / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

polychrom: Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Kodak Portra 800 / Scan vom Negativ

Hot Stuff!

Zusätzlich zu der von der Politik verschlafenen Coronawelle kommt auch noch die Hitzewelle. Somit ist es für mich jetzt höchst an der Zeit, in meine alljährliche Sommerpause abzutauchen und meinen Akku wieder aufzuladen. Konkret bedeutet das: Landleben pur, keine Hektik, kein Trubel – maximal eine kleine Grillerei mit guten Freunden…

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Ilford FP4 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Kleiner Tipp: Falls die Außentemperaturen erträglicher werden sollten und der eine oder andere Lust auf einen Ausflug bekommt, dem kann ich den Besuch von der Fotoausstellung „La Gacilly“ sehr empfehlen. Dem Motto „Nordwärts“ entsprechend sind vor allem die Arbeiten der Fotografen aus Skandinavien (allen voran Ragnar Axelsson) absolut sehenswert! Und die Stadt Baden bietet dann noch zusätzlich ausreichend Motive für den einen oder anderen Schnappschuss.

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Ilford FP4 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

PS. Um die Wartezeit bis zu den nächsten Beiträgen ein wenig zu überbrücken, habe ich beim diesjährigen Formel 1 Grand Prix in Spielberg eine Bilderstrecke mit der Lomo geschossen. Bedingt durch die zeitige Anreise und meiner dementsprechend langen Aufenthaltsdauer gibt es zusätzlich Aufnahmen von der Formel 2, der Formel 3 und dem Porsche Supercup sowie die Air Show und ein paar Zwischendurchaufnahmen zum Drüberstreuen und Auflockern – alles exklusiv zu sehen auf/in der neuen Unterseite „race day“.

Nebstbei habe ich auch versucht mit einer Agfa Clack ein paar Mitzieher zu machen – ein Unterfangen, das aufgrund fehlender Einstellungsmöglichkeiten der Kamera von vornherein sehr gewagt und nicht wirklich von Erfolg gekrönt war…

AGFA Clack / Ilford Pan F Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Kindheitserinnerungen…

Es war diesmal weniger ein Aufbruch ins Unbekannte, sondern vielmehr eine Reise zurück in die Zeit meiner Kindheit, als ich mit meinen Eltern regelmäßig den Naturpark in Sparbach besucht habe. Damals sind wir nie weit gekommen, dieses Mal wollte ich die letzten weißen Flecken tilgen (also irgendwie doch auch ein Aufbruch ins Unbekannte). Ein wenig mehr Text und ein paar Bilder zusätzlich unter „take a walk on the wild side“…

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

Land der Täter

mehr dazu in der neu geschaffenen Rubrik „Dokumentarisches„…

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Rau(h)e Zeiten…

Einmal zur Ruine Rauheneck…

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

…und einmal zur Ruine Rauhenstein (mit Blick auf Rauheneck)

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

Zur Doppelwanderung im Helenental gibt´s selbstverständlich auch mehr Bild und Text – wie immer unter „take a walk on the wild side“.

unterwegs!

Endlich auch mal wieder die M2 mit der klassischen 35er Brennweite ausgeführt, frisch serviciert, quasi gekampelt und geschnäuzt, übers Land in die Stadt und retour…

M2 / 35mm f2.8 / Ilford HP5+ / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Zwischenzeitlich…

Zwischenzeitlich ein Motiv entdeckt, dann nur noch das optimale Wetter inkl. Lichtstimmung abgewartet, dazu den passenden Film und Brennweite gewählt & schlussendlich das Bild bekommen, das ich in etwa auch so wollte – voilá!

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Kodak Ektar / Scan vom Negativ

auf geht´s…

Nach einer längeren (witterungsbedingter) Untätigkeit endlich wieder ein bisserl mit den Wanderschuhen in der Buckligen Welt unterwegs gewesen – ein wenig mehr zum Lesen und Schauen wie immer unter „take a walk on the wild side„.

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

auf Winterdepression folgt Frühlingsagonie

die Farben ändern sich, die Stimmung bleibt…

monochrom:

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Ilford FP4 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

polychrom:

Nikon FA / 50mm f1.8 Pancake / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

Frohe Ostern!

Auferstehung…

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Bergger Pancro 400 / entwickelt in R09 One Shot 1+25 / Scan vom Negativ

„Frühlingserwachen“

Während der Winter sich schön langsam verabschiedet und der Frühling die ersten zarten Boten ausschickt, beginnt in Europa ein gleich 2-faches, sinnloses Sterben.

Auf der einen Seite verabschieden sich einige Länder in Europa ohne Not von einer sinnvollen Pandemiebekämpfung. Schutzmaßnahmen werden Stück für Stück aufgehoben und was vor zwei Jahren noch als schützenswert galt (alte und (vor)erkrankte Menschen), wird jetzt sprichwörtlich vor den Bus geworfen – zusätzlich zu den Kindern, die unverständlicherweise jedoch noch nie besonderen Schutz genossen haben.

Auf der anderen Seite bedeutet der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine einen Abschied von dem Glauben an ein Europa in Frieden. Städte in der Ukraine werden in einem Ausmaß zerstört, das wir bis dato nur aus Syrien oder Tschetschenien kannten. Die Nähe macht betroffen, obwohl sowohl in Aleppo oder Grosny als auch in Mariupol sinnlos gestorben wurde bzw. wird.

Um das Unvorstellbare ein wenig greifbarer zu machen, habe ich den Soldatenfriedhof in Blumau besucht, wo über 4.000 Kriegstote beider Weltkriege bestattet sind, teilweise anonym, sinnloses Sterben zuhauf.

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T*/ Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ

Nachdem sich meine Homepage vorrangig um Fotografisches dreht, möchte ich diesen Eintrag auch nicht ausschließlich meinen Gedanken zur momentanen Situation widmen, sondern auch auf eine „analoge Kampagne“ aus Finnland aufmerksam machen, die Fotografie & verantwortungsbewusstes Handeln vereint. Mehr dazu inkl. Update der Aktion findet man hier.

Ich habe jedenfalls bei meinem Besuch in Blumau auch einen Film aus dieser Aktion im Gepäck gehabt und so auch ein paar SW Aufnahmen geschossen. Einziges Manko bei dem Film ist, dass er recht dünn ist, was das Aufspulen auf die Entwicklerspule nicht gerade einfach macht. Positiv überrascht war ich von der Schärfe sowie von der Anmutung – das Korn ist durchaus sichtbar und erzeugt einen klassischen Look, ohne jedoch den Bildeindruck zu dominieren. Zwei unbelichtete Rollen habe ich noch gut verstaut im Kühlschrank liegen – schau ma mal, wann und wofür ich sie belichten werde…

M2 / 50mm f2.8 Elmar / Summer Santa 125 / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Dauerschleife

Trotz der sich breit machenden Apathie finden sich auf immer gleichen Wegen & Motiven ab und an auch neue Ansichten.

Mit im Gepäck war endlich wieder mal meine M7 mit dem 28er, gefüllt mit einem Bergger Pancro – ein Film, der mir mit seinem unaufgeregten Look immer besser gefällt.

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Bergger Pancro 400 / entwickelt in R09 One Shot 1+25 / Scan vom Negativ

World of Pain

Outside my window is a tree.
Outside my window is a tree.
There only for me.
And it stands in the gray of the city,
No time for pity for the tree or me.

There is a world of pain
In the falling rain
Around me.

Is there a reason for today?
Is there a reason for today?
Do you remember?
I can hear all the cries of the city,
No time for pity for a growing tree.

There is a world of pain
In the falling rain
Around me.

Outside my window is a tree.
Outside my window is a tree.
There only for me.
And it stands in the gray of the city,
No time for pity for the tree or me.

There is a world of pain
In the falling rain
Around me.

(Cream, World of Pain)

Hasselblad 500 C/M / 50mm f4 T* & 80mm f2.8 T* / Bergger Pancro 400 / entwickelt in R09 One Shot 1+25 / Scan vom Negativ

same shit, different year #2 – Welcome 2022, Welcome climate change!

18,3° am Silvestertag in Berndorf – ein (bis dato) all time high Temperaturrekord zum Jahreswechsel zeigt die Veränderung der klimatischen Bedingungen bereits beim Öffnen der eigenen Haustür. Nun ja, wenn man Omikron schon durchrauschen lässt und keine effizienten Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen ergriffen werden, kann man wohl kaum erwarten, dass beim Klimawandel auch nur irgendwer, irgendwie, irgendwo und irgendwann effektiv gegengesteuert wird…

Mein diesjähriger, traditioneller Neujahrsspazierer fand diesmal deshalb unter ungewohnt hohen Temperaturen statt. Die Strecke selbst war diesmal eine feine, kleine Wanderung von St. Veit nach Ödlitz (zum Schwarzen Kreuz) und retour – Bilder und kurze Wegbeschreibung gibt’s wie im Vorjahr unter der Rubrik „take a walk on the wild side“.

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

same shit, different year #1 – Welcome 2022, Welcome Omicron!

Während die Omikron Variante gleich zu Jahresbeginn in ganz Europa für extrem steigende Infektionszahlen sorgt, wird am Wochenende auf der Wr. Ringstraße von „Freiheitskämpfern“, „besorgten Bürgern“ & „ganz normalen Leuten“ die Solidarität im rechten Stechschritt regelmäßig eingestampft. Das tägliche Leben bleibt somit ein permanenter Spießrutenlauf, um nicht ein Kollateralschaden der Durchseuchungsstrategie zu werden.

Wohin die Reise wohl letztendlich gehen wird, weiß derzeit niemand – dazu passend gibts auch gleich meine erste Veröffentlichung im noch jungen Jahr 2022 (auch wenn die Aufnahme selbst aus Dezember 2021 ist).

Nikon FA / 50mm f1.8 / Ilford HP5+ / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ