Tagebuch 2021

take a walk on the wild side…

Der Mensch neigt im Allgemeinen dazu, Dinge zu katalogisieren und einzuordnen. Ich selbst bin jedenfalls auch so ein (unverbesserlicher) Fall und auch wenn es mein Schreibtisch nicht verrät – ich bin durchaus sehr ordnungsliebend. Bestes Beispiel dafür ist meine Homepage, da hat alles seinen Platz oder (falls nicht vorhanden) wird der nötige Platz einfach geschaffen. So, und genau da hatte ich unlängst folgendes Problem: Nachdem sich meine Reisetätigkeit in der nächsten Zeit eher im Erwandern meiner näheren Umgebung beschränkt UND ich diese Ausflüge mit meiner Lomo begleiten/dokumentieren möchte, stellte sich mir die Frage, wie bzw. wo die Bilder denn einzuordnen wären? Unter „Reisen“ oder doch lieber unter „Lomo“ – beides trifft zu und doch auch wieder nicht…

Wie dem auch sei: nach einigem Hin- und Her habe ich für mich beschlossen, dass die Aufnahmen bei den „Reisen“ wohl am besten aufgehoben sind und daher gibt es jetzt neu die passende Unterseite „take a walk on the wild side“. Den Auftakt machen ein paar Eindrücke vom Rundwanderweg „Waldandacht“ und vom knackigen Aufstieg zum Peilstein.

Lomo LC-A / Kodak Gold 200 / Scan vom Negativ

Lockdown again!

Den zweiten Frühling im Lockdown in gewohntem Schwarz-Weiß festgehalten – mal sonnig, mal trüb, April Wetter eben…

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Rumgeknipse!

Es tut sich derzeit nicht viel und mein fotografischer Lockdown wird auch wohl nicht so schnell beendet sein, Projekte existieren bestenfalls in meinem Kopf und auf Film wird derzeit immer weniger gebannt (First World Problem – ich weiß). Aber ungeachtet dessen, dass ich echt froh bin, dass es mir und meinem Umfeld nach wie vor gesundheitlich gut geht, ist die ganze Situation trotzdem schön langsam „echt zach“. Um die Zeit im selbstgewählten Exil auch ein wenig zu nutzen und nicht nur zu verplempern, habe ich zwischenzeitlich sogar meinen Kleiderschrank durchforstet (und dabei die letzten 30 Jahre dokumentiert anhand von T-Shirts Revue passieren lassen). Als nächstes habe ich mir im Kühlschrank die Lade mit den Filmen zur Brust genommen. Der vor Jahren geschenkt bekommene Kodak Elite Chrome war schon längstens fällig, also diesen gleich mal, ohne viel Federlesens in die M7 eingelegt, das (heraus)fordernde 90mm Objektiv vorne drauf und (nostalgisch verklärt wie in meinen fotografischen Anfangsjahren) der Flora in der Umgebung zu Leibe gerückt. Zu meiner Ehrenrettung sei aber gesagt, dass ich mir schon was Spezielles ausgesucht habe, auch wenn es sich wie in diesem Fall um die Gewöhnliche Kuhschelle handelt…

So weit, so gut – aber an die Worte bei der einstigen Übergabe des Diafilms („den würde ich nur noch für die Lomo verwenden“) hatte ich mich schon längst nicht mehr erinnert, zumindest solange nicht bis mich Hr. Leutner schonend auf das Alter des Films hingewiesen und auf mögliche Farbverschiebungen vorbereitet hat. Alles klar, Crossentwicklung (weils eh schon wurscht ist) wollte ich trotzdem nicht und wie erwartet habe ich dann farbstichige Scans bekommen. So habe ich mich dann untypischerweise noch hinsetzen und im Post-Processing die Aufnahmen korrigieren müssen. Letztendlich sind dann zum Glück eh ganz passable Bilder rausgekommen.

M7 / 90mm f2.8 Elmarit / Kodak Elite Chrome 100 / Scan vom Positiv

Apropos nostalgisch verklärte Anfangsjahre: Bei einem meiner regelmäßigen Rundherum-Spaziergänge habe ich einen – ebenfalls schon längst abgelaufenen – Kodak Portra in die Agfa Click aus den 50er Jahren gespannt und mit ausreichend Licht versorgt. Rausgekommen sind Retro Aufnahmen out of the Box – nicht spektakulär, nicht scharf, aber dafür passen die Farben ohne korrigierend im Post-Processing eingreifen zu müssen.

Agfa Click I / Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ

In My Life

Für die für mich unglaubliche Zeitspanne von mehr als acht Wochen hatte ich keinen Film eingespannt, kein Motiv fokussiert, keinen Auslöser betätigt und daraus resultierend auch keinen einzigen Film belichtet und/oder entwickelt. Um nicht komplett aus der Übung zu kommen, habe ich mich bei einer Stippvisite in meiner alten Heimatgemeinde spontan auf fotografische Spurensuche des zeitlichen Wandels begeben. Sinne schärfen war angesagt, die Motive haben sich nach einiger Zeit des Herumstreichens quasi von selbst ergeben und folgende Zeilen gehen mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf:

There are places I’ll remember
All my life though some have changed
Some forever, not for better
Some have gone and some remain
(The Beatles, In My Life)

M7 / Voigtländer Ultron 28mm f2 / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

…und die Aussichten? Die bleiben nach wie vor trüb, Hoffnung auf Besserung ist zwar vorhanden, aber das wird noch dauern…

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

unendlich weit weg…

Zur Abwechslung und passend zum heutigen Faschingsdienstag ein paar bis dato unveröffentlichte Archivaufnahmen aus 2020 vom bunten Treiben aus dem Wiener Prater…

Nikon F100 / 35mm f1.8 / Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ

Kaffeesud lesen

Wie sich bereits gleich zu Beginn des Jahres 2021 zeigt, sind Prognosen schwierig (eh wie immer, wenn sie die Zukunft betreffen). Mal sind es trübe Aussichten…

FM / Nikkor 35mm f2.8 / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Hie und da auch ein Hoffnungsschimmer…

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Kodak Portra 160 / Scan vom Negativ 

…oder bleiben es doch frostige Zeiten?

Hasselblad 500 C/M / 80mm f2.8 T* / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Am besten breiten wir erstmal den (Schnee)Mantel des Schweigens über das kommende Jahr, wir werden es schon sehen – alles andere wäre lediglich Kaffeesud lesen…

M2 / Elmar 50mm f2.8 / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Rückblick / Ausblick

Das Jahr 2020 ist (endlich) vorüber und für das neue fotografische Jahr 2021 habe ich überhaupt noch keine konkreten Projekte oder Ziele, lediglich vage Umrisse von Ideen, die vielleicht Gestalt annehmen werden. Bei so wenig Ausblick sei deshalb zunächst ein Rückblick gestattet. Als Premierenfoto gibt´s ein wie ich finde durchaus passendes Stimmungsbild aus dem Dezember, das mir bereits im Sucher ganz gut gefallen hat, dann schon sehr gut beim Betrachten des Negativs und dieser Eindruck ist dann auch so geblieben als ich rechtzeitig vor Weihnachten den Scan erhalten habe (danke Cyberlab!).

Hasselblad 500 C/M / 150mm f4 / Ilford HP5 Plus / entwickelt in R09 One Shot 1+50 / Scan vom Negativ

Kurz die Story zum Bild: Nachdem Barbara Wirl mich für die Kampagne „makeitvisible“ abgelichtet hatte, haben wir eine „fotografische Revanche“ vereinbart und so durfte meine Hassi nach langer Zeit wieder mal unter Studiobedingungen ran. Das Shooting selbst hat dann mit Corona-bedingter Verzögerung erst Mitte Dezember im Lightbox Academy Studio stattgefunden (übrigens gibt´s neben den SW Aufnahmen unter Portraits auch Aufnahmen mit dem Portra 800 (@200)).

Wann dann meine ersten „echten“ 2021er Aufnahmen entstehen und ins Tagebuch wandern werden – das weiß ich zum momentanen Zeitpunkt wirklich nicht, aber soviel bin ich mir sicher – es wird auch heuer wieder ein pralles Tagebuch werden. In der Zwischenzeit bleiben Sie mir gewogen, auf ein frohes Neues & vor allem xund bleiben!